Sandmännchen

Die Blümelein schlafen schon längst im Mondenschein, sie nicken mit den Köpfen auf ihren Stengelein. Es rüttelt sich der Blüthenbaum, er säuselt wie im Traum: Schlafe, schlafe, schlaf´du mein Kindelein!

Die Vögelein sie sangen so süss im Sonnenschein, sie sind zur Ruh gegangen in ihre Nestchen klein. Das Heimchen in dem Aehrengrund, es thut allein sich kund: Schlafe, schlafe, schlaf´du mein Kindelein!

Sandmännchen kommt geschlichen und guckt durchs Fensterlein, ob irgend noch ein Liebchen nicht mag zu Bette sein. Und wo er nur ein Kindchen fand, streut er ihm in die Augen Sand. Schlafe, schlafe, schlaf´du mein Kindelein!

Sandmännchen aus dem Zimmer, es schläft mein Herzchen fein, es ist gar fest verschlossen schon sein Guckäugelein. Es leuchtet Morgen mir Willkomm das Äugelein so fromm! Schlafe, schlafe, schlaf´du mein Kindelein!

Andante, Johannes Brahms

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